Informationen über Dietrich Bonhoeffer
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| Dietrich Bonhoeffer |
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Im Dezember 2007 wurde dasTheaterstück:"Dietrich Bonhoeffer - Das Leben riskieren" aufgeführt.
Das Stück beschreibt die wichtigsten Stationen im Leben des evangelischen Theologen und Widerstandskämpfers gegen den Nationalsozialismus Dietrich Bonhoeffer, der im April 1945 im KZ Flossenbürg hingerichtet wurde. Zu Wort kommen in dieser Inszenierung seine Zweifel und die Auseinandersetzung mit Bibel, Kirche und Glauben, die ihn in den Widerstand führte. Seine Wertentscheidungen und seine Beziehung zum christlichen Glauben sind ihm nicht in die Wiege gelegt worden. Immer hat Dietrich Bonhoeffer in diesen Zusammenhängen die Frage begleitet: Wer bin ich?
Wer war Dietrich Bonhoeffer?
Dietrich Bonhoeffer wurde am 4. Februar 1906 in Breslau geboren.
Er studierte evangelische Theologe, habilitierte und wurde Studentenpfarrer in Berlin.
Bereits 1933 wurde er zum entschiedenen Gegner der Nationalsozialisten. Er wurde einer der prägnantesten Vertreter der Bekennenden Kirche, einer Gruppe von führenden Theologen der kirchlichen Oppositionsbewegung.
1938 geriet Bonhoeffer in die Wiederstandbewegung um Beck, Canaris und v. Dohnanyi.
1940 Er benutzt seine kirchlichen Kontakte, um im Ausland politische Unterstützung für den Widerstand in Deutschland zu gewinnen.
1943 wurde er von den Nazis verhaftet und ohne Gerichtsverfahren im Wehrmachtuntersuchungsgefängnis in Berlin-Tegel inhaftiert. Hier entstanden die Briefe und Texte für das Buch "Widerstand und Ergebung".
Kurz vor Ende des 2. Weltkrieges wurde er am 9. April 1945 im KZ Flossenbürg durch die SS ermordet.
Links:
Die ibg gibt dreimal jährlich einen Rundbrief mit eigenen Beiträgen, Nachrichten, bibliographischen Meldungen und Tagungsberichten heraus. Mit der ibg verbunden ist der Herausgeberkreis der Dietrich-Bonhoeffer-Werke, die seit 1998 in einer 17-bändigen Gesamtausgabe vorliegen.
http://www.ekir.de/ibg/
Die Erinnerungs- und Begegnungsstätte BONHOEFFER HAUS in Berlin
Von 1935 an war dieses Haus in der Marienburger Allee 43 der Mittelpunkt der Familie Bonhoeffer. Im Haus ist eine Dauerausstellung eingerichtet, die sich besonders an diejenigen Besucher richtet, die erst beginnen, sich mit Leben und Werk Dietrich Bonhoeffers auseinanderzusetzen. Die Mansarde wurde weitgehend wieder so hergerichtet, wie Dietrich Bonhoeffer sie bei seiner Verhaftung am 5. April 1943 verlassen hat.
http://www.bonhoeffer-berlin.de/
Weitere Links:
http://www.youtube.com/watch?v=NZh-5lECSJ4 Von guten Mächten (Choral)
http://www.youtube.com/watch?v=dLCVWxbjKHc Kurzfilm
http://www.youtube.com/watch?v=2QqmfXj0Uho&NR=1 Buchsprechung: Dietrich Bonhoeffer- Buch - Bischof von Regensburg
http://www.ekhn.de/index.htm?http://www.ekhn.de/bonhoeffer/~inhalt
http://www.ekd.de/bonhoeffer/
http://de.wikipedia.org/wiki/Dietrich_Bonhoeffer
http://www.bautz.de/bbkl/b/bonhoeffer_d.shtml
http://www.bonhoeffer-berlin.de/ Erinnerungs- und Begegnungsstätte
Bonhoeffer-Haus
http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/BonhoefferDietrich/
http://www.dadalos-d.org/deutsch/Vorbilder/Vorbilder/bonhoeffer/bonhoeffer.htm
http://handschriften.staatsbibliothek-berlin.de/bonhoeffer/
- 8 Minuten Ton-Bild-Schau (Radiobeitrag)
http://www.dietrich-bonhoeffer-verein.de/html/
http://www.utm.edu/research/iep/b/bonhoeff.htm
http://www.zeit.de/2005/15/Bonhoeffer
http://rz-home.de/~zimmermann-wolf/bonhoeff/bonhoeff.htm
http://www.dbh-bonn.de/
http://www.bonhoeffer.ch/
http://www.bonhoeffer.ch/buecher-ueber-bonhoeffer Bücher zu Dietrich Bonhoeffer
http://www.rpi-loccum.de/pagbon.html Unterrichtsmaterial und Storyboard zum Film "Dietrich-Bonhoeffer - Die letzte Stufe"
http://www.zitate-online.de/autor/bonhoeffer-dietrich
http://arts.uwaterloo.ca/~diebon06/index.html
- englischsprachige Seiten
www.evangeliums.net/zitate/dietrich_bonhoeffer.htm - Zitate
http://www.bonhoeffer-film.de/lehrmaterial/Bonhoefferfilm-Filmtext.pdf
http://www.g-daf-es.net/bonhoeffer/ spanische Bonhoeffer-Ausstellungsseite der Universität Salamanca
Dietrich Bonhoeffer zum 60. Todestag
„Ich habe kaum je einen Mann so gottergeben sterben sehen“, notierte der Lagerarzt, nachdem er die Ermordung Dietrich Bonhoeffers am 9. April 1945 im Konzentrationslager Flossenbürg mit angesehen hatte. Nur 39 Jahre ist der engagierte Theologe alt gewesen, als er gemeinsam mit anderen Kämpfern gegen den gewalttätigen Unrechtsstaat der Nationalsozialisten wenige Wochen vor Kriegsende starb. Dennoch hat der 1906 in Breslau als Sohn eines Psychiatrie-Professors geborene evangelische Pastor tiefe Spuren in Kirche und Gesellschaft hinterlassen. Seine Persönlichkeit und sein theologisches Vermächtnis regen unverändert aktuell zu der Frage an: „Wie können wir verantwortlich leben?“
Am frühen Morgen des 9. April 1945 ist der Gefängnishof des Konzentrationslagers Flossenbürg bei Regensburg schon hell erleuchtet. Sieben Nazi-Gegner werden aus ihren Zellen geführt. Unter ihnen ist auch ein Pastor: Dietrich Bonhoeffer. Die Gefangenen hören, was ein NS-Standgericht beschlossen hat: Todesurteil wegen Hochverrats. Bonhoeffer kann noch kurz beten. Dann muss er die Treppe zum Galgen besteigen. «Ich habe kaum je einen Mann so gottergeben sterben sehen», notiert der Lagerarzt später.
Schon früh warnt er vor den Gefahren des Nazi-Regimes. In einer Berliner Rundfunk-Rede spricht er bereits zwei Tage nach der Machtübernahme 1933 davon, dass der «Führer» zum «Verführer» werden könne. Im April 1933 erwägt er unter dem Eindruck der Judenverfolgung die Möglichkeit, «nicht nur die Opfer unter dem Rad zu verbinden, sondern dem Rad selbst in die Speichen zu fallen». Doch nur wenige Kirchenleute folgen dem jungen und kompromisslosen Nazi-Gegner in dieser Einschätzung.
Bonhoeffer wurde nur 39 Jahre alt. Und doch hat kaum ein evangelischer Theologe des 20. Jahrhunderts so tief in Kirche und Gesellschaft hinein gewirkt wie er. Straßen und Schulen, Kirchen und Gemeindehäuser tragen heute seinen Namen. Ein Kino-Film erzählt seine Geschichte. Sein leidenschaftlicher Protest gegen die Nationalsozialisten, seine aktive Rolle im Widerstand gegen Hitler, seine Bücher und sein Märtyrertod vor 60 Jahren finden weit über die deutschen Grenzen hinaus Beachtung.
Heute ist Bonhoeffer über alle kirchlichen Lager hinweg eine Integrationsfigur. Der Ratsvorsitzende der EKD, Bischof Wolfgang Huber, hat oft darüber nachgedacht, was wohl aus Bonhoeffer geworden wäre, wenn er den Krieg überlebt hätte - vielleicht Bischof, Professor oder Politiker. Sicher sei eines, sagt Huber: «Er hätte weitergedacht.»
«Glaubenszeuge und theologischer Anreger"
Der EKD-Ratsvorsitzende im epd-Interview über den Theologen und Widerstandskämpfer Bonhoeffer
29. März 2005
Frankfurt a.M./Berlin (epd). Am 9. April jährt sich zum 60. Mal der Todestag des evangelischen Theologen und Nazi-Gegners Dietrich Bonhoeffer (1906-1945). Er wurde im Konzentrationslager Flossenbürg nördlich von Regensburg erhängt, weil er sich am Widerstand gegen Hitler beteiligt hatte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Bonhoeffer durch seine Bücher und Briefe zu einem der bekanntesten und am meisten zitierten Theologen in Deutschland. Über Bonhoeffers Bedeutung heute sprachen Thomas Schiller und Michael Grau mit dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), dem Berliner Bischof Wolfgang Huber.
epd: In Ihrem Amtszimmer steht eine Büste von Dietrich Bonhoeffer. Was fasziniert Sie an ihm?
Huber: An Dietrich Bonhoeffer fasziniert mich der innere Zusammenhang zwischen Lebensgeschichte und Theologie: die Verbindung zwischen einem Lebenslauf, der ihn zu einem Glaubenszeugen in einem besonderen Sinne des Wortes gemacht hat, und einem theologischen Werk, das auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts noch sehr viel an Anregungspotenzial und Orientierungskraft enthält.
epd: Ab wann hat der Theologe Bonhoeffer angefangen, politisch zu denken?
Huber: Es gibt ein Zeugnis von Dietrich Bonhoeffer, in dem er deutlich macht, dass er 1932 die Bergpredigt in einer Weise entdeckt hat, wie er sie vorher noch nie entdeckt hatte. Auf diese Verpflichtung der Bergpredigt zu Frieden und Gerechtigkeit führt er seine klare und geradlinige politische Haltung zurück. Das bedeutet nicht, dass er erst im Alter von 26 Jahren angefangen hätte, politisch zu denken. Seine Grundorientierung an Freiheit und Menschenwürde stammt aus seiner vom Bildungsbürgertum geprägten Familie. Aber durch die Begegnung mit der Bergpredigt hat sie ihre Zuspitzung und Klarheit gefunden. Dies hat ganz gewiss dazu beigetragen, dass Dietrich Bonhoeffer im Jahre 1933 zu den ersten gehörte, die diagnostiziert haben, was mit der Übergabe der Macht in Deutschland an die Nazis passiert ist.
epd: War Bonhoeffer gegen NS-Gedankengut und Antisemitismus völlig immun?
Huber: Der Antisemitismus war ihm vollkommen fremd. Dass er dagegen immun war, bedeutet freilich nicht, dass er vollkommen frei gewesen wäre von den antijüdischen Denkmustern, die die evangelische Theologie insgesamt über Jahrhunderte geprägt haben und sie auch anfällig gemacht haben für Antisemitismus. Bonhoeffers eigene Haltung kommt erschöpfend in dem Satz zum Ausdruck: «Nur wer für die Juden schreit, darf auch gregorianisch singen.»
epd: Bonhoeffer hat schon in jungen Jahren Auslandserfahrungen gesammelt. Er hat in Spanien und den USA gelebt und war für die Ökumene unterwegs. Hat dieser Blick seine Position gefestigt?
Huber: Einerseits hat er die Verpflichtung auf den Frieden zwischen den Völkern zum Leitfaden auch seines persönlichen Handelns vor der Nazi-Zeit gemacht. Er hat im «Weltbund für Freundschaftsarbeit der Kirchen» gearbeitet und sich dort verankert. Auf der anderen Seite hat er sich Deutschland so verpflichtet gewusst, dass er in der wirklich lebensbewegenden historischen Entscheidung von 1939 aus den USA, wo er auch hätte bleiben können, nach Deutschland zurückgekehrt ist. Er tat dies, um sich am Widerstand zu beteiligen, um zur Verfügung zu stehen für den Aufbau eines anderen Deutschland nach dem von ihm erhofften Zusammenbruch des nationalsozialistischen Regimes.
epd: Diese Entscheidung hat er mit dem Leben bezahlt. War sie aus heutiger Sicht falsch?
Huber: Nein, das ist eine Entscheidung gewesen, bei der jeder sich fragen muss: Wärst Du zu vergleichbarem Mut imstande gewesen? Und bist Du eigentlich bei den wesentlich kleineren Entscheidungen, die Du zu treffen hast, wenigstens entfernt so mutig?
epd: Ab wann darf ein Pastor zu gewaltsamem Widerstand bis hin zum Tyrannenmord aufrufen?
Huber: Aufgerufen hat Dietrich Bonhoeffer zum aktiven Widerstand nicht. Er hat sich an ihm beteiligt. Er hat die Gewissensqual seiner Mitverschwörer mitgetragen und ihnen dadurch einen Weg gewiesen, dass er auf das Phänomen der Schuldübernahme aufmerksam geworden ist und gemerkt hat: Es gibt extreme Situationen persönlicher Verantwortung, in denen es nicht darum gehen kann, wie ich selber schuldlos aus der Affäre komme, sondern darum, wie eine künftige Generation leben kann.
epd: Wie wichtig war Bonhoeffers Martyrium für die evangelische Kirche, um nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer Identität zu finden?
Huber: Manche haben sich mit Dietrich Bonhoeffers Tod genauso schwer getan wie mit anderen Blutzeugen des Nationalsozialismus. Der Einwand hieß auch in Bonhoeffers Fall, er sei ja nicht als ein Glaubenszeuge gestorben, sondern als politischer Widerstandskämpfer. Die Kirche hat sogar eine Zeit lang die Neigung gehabt, sich dazu in Distanz zu begeben. Erst die Veröffentlichung der Briefe aus dem Gefängnis in dem Buch «Widerstand und Ergebung» und die Veröffentlichung der Ethik-Manuskripte haben den Durchbruch herbeigeführt und Bonhoeffer zu einer größeren Wirkung verholfen.
epd: Ist Bonhoeffer ein evangelischer Heiliger?
Huber: Das Augsburgische Bekenntnis von 1530 hat zwar - als grundlegendes Bekenntnisdokument unserer Kirche - die «Anrufung der Heiligen» abgelehnt, aber ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das Vorbild im Glauben für uns wichtig und für unseren Glauben förderlich ist. Wir sollen der Heiligen gedenken, heißt es da, «damit wir so wie sie glauben und Gutes tun unserem besonderen Auftrag gemäß». In genau diesem Sinn ist Dietrich Bonhoeffer ein «evangelischer Heiliger», übrigens nicht nur für Christen in Deutschland, sondern in der ganzen Welt.
Quelle: Evangelischer Pressedienst (epd)
Rückblick: Festveranstaltungen zum 60. Todestag und der 100. Geburtstag von Dietrich Bonhoeffer
Zwei Jubiläen zu Dietrich Bonhoeffer:
der 60. Todestag und der 100. Geburtstag
Was macht Dietrich Bonhoeffer für uns heute interessant?
Fünf Gründe, die für eine Beschäftigung mit Dietrich Bonhoeffer sprechen:
1. Dietrich Bonhoeffer hat. als überzeugter Christ in einer politisch schwierigen Zeit beispielhaft Verantwortung übernommen. Er stand in der Kirche damit recht allein da. Und auch nach 1945 hat es lange gedauert, bis die offizielle Kirche Bonhoeffer als Theologen und Widerstandskämpfer akzeptierte. Heute aber ist er weltweit bekannt, seine Sammlung von Briefen und Gedichten „Widerstand und Ergebung“ z.B. ist in über 30 Sprachen übersetzt worden. Er wird immer wieder zitiert und gerade im vergangenen Jahr ist viel Neues über ihn erschienen.
2. Bonhoeffer wollte eine Kirche die „für andere da ist!“ Sie soll Kirche für alle sein! Nicht nur für Mitglieder. Sie muss auch für die Nicht-Arier da sein; auch für die sozial Ausgegrenzten. Auch für die Kritiker; auch für die Unfrommen und Religionslosen. Auch für die Regime-Gegner und natürlich auch für die Nazis! Weil Christus für alle gestorben ist, soll auch die Kirche für alle da sein. Bonhoeffer hatte für sich solch eine Kirche realisiert: 1931, also mit 25 Jahren, bezahlte er für seine Konfirmanden, die aus ärmsten Verhältnissen kamen, den Stoff für deren Konfirmations-Anzüge. Er bezahlte die gemeinsame Konfirmanden-Freizeit und finanzierte eine Jugendstube für arbeitslose Jugendliche. Diese wurde allerdings 1933 von den Nazis geschlossen. Er selbst lebte mit wenig Geld – und lebte damit als Theologe „Kirche für andere“.
3. Dietrich Bonhoeffer entwickelte sich in einem eher preußisch-miltaristischen Umfeld zum Pazifisten. - Er war 1931 fest entschlossen, den Kriegsdienst zu verweigern, obwohl darauf damals Todesstrafe stand.
Auf einer europäischen Jugendkonferenz fragte er: „Wie wird Friede? Durch ein System politischer Verträge? Durch Aufrüstung? Nein! Hier wird Friede und Sicherheit verwechselt. ... Nur ein großes Ökumenisches Konzil der Heiligen Kirche Christi aus aller Welt kann Frieden stiften, wenn die Kirchen überall auf der Welt ihren Söhnen die Waffen aus der Hand nehmen!“
4. „Es gibt keinen Weg zum Frieden auf dem Weg der Sicherheit“
Entsprechend schwer wurde es für Dietrich Bonhoeffer sich am aktiven Widerstand zu beteiligen: Er und andere entschlossen sich schließlich dazu, weil sie in Deutschland keine Obrigkeit mehr fanden, die noch eine Wende herbei führen konnte. Sie sind zu dem Zeitpunkt aufgestanden, als das Land im Chaos zu versinken drohte. Der Versuch der Gewaltherrschaft ein Ende zu bereiten, konnte nur mit Gewalt geschehen. Hitler hätte sich nicht `umstimmen´ lassen. Bonhoeffer: „Vor den anderen Menschen rechtfertigt den Mann der freien Verantwortung die Not, vor sich selbst spricht ihn sein Gewissen frei, aber vor Gott allein hofft er auf Gnade.“
5. Bonhoeffer wollte kein Heiliger werden. 1944 schreibt er „Ich erinnere mich eines Gesprächs mit einem französischen jungen Pfarrer vor 13 Jahren. Wir hatten uns ganz einfach die Frage gestellt, was wir mit unserem Leben eigentlich wollen. Da sagte er: ich möchte ein Heiliger werden..; das beeindruckte mich damals sehr. Trotzdem widersprach ich ihm und sagte ungefähr: ich möchte glauben lernen, indem ich so etwas wie ein heiliges Leben zu führen versuche... Später erfuhr ich und ich erfahre es bis zur Stunde, dass man erst in der vollen Diesseitigkeit des Lebens glauben lernt. Erst wenn man völlig darauf verzichtet hat, aus sich selbst etwas zu machen – sei es einen Heiligen oder einen bekehrten Sünder oder einen Kirchenmann…, dann wirft man sich Gott ganz in die Arme…und so wird man ein Mensch.“
Er wollte kein Heiliger werden. Vielleicht ist er aber für manchen von uns ein Vorbild, ein Lehrer – oder hat doch auch etwas Heiliges?
Mit zwei Jubiläen wir uns an unseren Namensgeber erinnert:
Dietrich Bonhoeffer starb am 9. April 1945 und wäre am 4. Februar 2006 - 100 Jahre alt geworden. An der Vorbereitung waren viele beteiligt: der Chor sang, die Jugendlichen hatten sich in einem Seminar mit den sieben Strophen des Liedes „Von guten Mächten“ beschäftigt und kreativ umgesetzt, in verschiedenen Gesprächsgruppen näherten wir uns den wesentlichen Aussagen Bonhoeffers. Menschen aus Nachbargemeinden waren bei uns, Herr Prof. Joachim Perels (Institut Politische Wissenschaften, Uni-Hannover) sprach über >Die Herausforderung radikalen Christseins – Dietrich Bonhoeffer?<
Am Abend wurde in einer Abendandacht die Motette „Menschen gehen zu Gott“ von Irmela Schwarz aufgeführt. Sie hatte diese Motette in der Zeit, als sie hier Organistin war komponiert. Wir wollen diese Musik veröffentlichen.
Warum heißen wir Dietrich Bonhoeffer Gemeinde? Diese Frage hat uns bewegt.
Wir sind einer Antwort wieder ein Stück näher gekommen.
Margarethe von Kleist-Retzow
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